Quelle: WR Plettenberg vom 26.10.2011

Lasermaschine
Alberts investiert in Lasertechnik


Vorstellung einer neuen Rohrlaser-Maschine, für die eine Million Euro investiert wurde.

Herscheid. Die Firma Gustav Alberts in Grünenthal hat einen weiteren Schritt zur Erweiterung der Produktionsmöglichkeiten unternommen. Um für zukünftige Aufgaben besser aufgestellt zu sein, hat das Unternehmen eine Million Euro in einen Rohrlaser der neuesten Generation der italienischen Firma Adige investiert. Die Anlage mit der Bezeichnung LT 8 ist mit einem 3 KW-Laser ausgestattet und mit einer Maschinenlänge von 22 Metern in der Lage, bis zu 6,5 Meter lange Rohre mit Querschnitten von 12 bis 220 Millimetern zu bearbeiten. Zudem lassen sich auch Profile und Flachstähle verarbeiten.

Produkte in
bester Qualität

Die schnelllebige Wirtschaftswelt stellt immer höhere Anforderungen an die Produkte sowie deren Fertigung. Flexibilität wird hier nicht nur von den Produktionsprozessen, sondern auch von den Mitarbeitern erwartet. „Mit dem neuen Laser wird nicht nur in das Unternehmen investiert, sondern auch in die Zukunft, um Produkte in bester Qualität und hoher Wiederholgenauigkeit bei kurzen und flexiblen Herstellungs- und Lieferzeiten herzustellen,“ betont Betriebsleiter Ludger Beulke.

Bisher wurden in der Produktion mehrere Arbeitsschritte (Sägen, Stanzen, Schlitzen und Bohren) benötigt, um die Rohre für die Tor- und Zaunfertigung herzustellen. Künftig wird der neue Laser alles in einem Ablauf erledigen können. Damit verbunden ist neben einer schnellere Fertigung auch eine fehlerfreie Herstellung, die ein Nachbearbeiten unnötig macht. Durch die neue Investition ist es möglich, bisher extern vergebene Arbeiten im eigenen Betrieb durchführen zu können. Das bedeutet neben einer Sicherung der Arbeitsplätze am Standort Herscheid auch die Reduzierung der Abhängigkeit von Zulieferfirmen und dadurch kürzere Reaktionszeiten.

Die Mitarbeiter wurden in einer intensiven Schulung bei der Herstellerfirma in Südtirol (Italien) mit dem Laser und dessen Programmierung vertraut gemacht, so dass, nach dem die Maschine nunmehr aufgebaut ist, die Produktion aufgenommen wird.

Geschlossenes
Dienstleistungsangebot

Die Firma Alberts wird den Bereich des Industrieservice weiter ausbauen und Kunden künftig eine zusätzliche Dienstleistung anbieten. In der Prozesskette von der Rohrbeschaffung über die Bearbeitung mit der neuen Anlage, der Oberflächenbearbeitung in der eigenen, modernen Pulverbeschichtung bis zur Konfektionierung und der Logistik wird dem Kunden jetzt ein in sich geschlossenes Dienstleistungspaket angeboten. Dabei werden auch hohe Qualitätsansprüche erfüllt.

Weiterhin ist geplant, mit den neuen Möglichkeiten auch neue Produkte zu erstellen. „Die Neuinvestition bietet hier viele Chancen, da durch den Laser jede nur erdenkliche Kontur hergestellt und verschiedenste Materialien bearbeitet werden können,“ erläutert Christian Anheier, Bereichsleiter der Abteilung Meisterschweißerei. Weitere Bearbeitungsmöglichkeiten sind: Rohreinsätze, Rohrkonstruktionen, Aufsätze, Steckverbindungen, Knickverbindungen, Verbindung unterschiedlicher Rohrprofile und vieles mehr. Andreas Wolf


Quelle: Süderländer Tageblatt vom 23.09.2011

Alberts sorgt selbst für die Fachkräfte
Sieben neue Auszubildende bei GAH


Sie haben ihre Ausbildung bei Gustav Alberts begonnen (von links): Jacqueline Stax, Johannes Denisenko, Catalin Simota, Lorenz Winter, Andrea Weis, Hüseyin Zorlu und Tobias Kosakowski (von links nach rechts). Mit im Gruppenbild ist Jahrespraktikantin Giada Allwicher (Vierte von links).

HERSCHEID Auch im Ausbildungsjahr 2011 setzt die Firma Gustav Alberts, Herscheids größter Arbeitgeber, auf die Ausbildung von Fachkräften im eigenen Haus. Insgesamt sieben Auszubildende sind seit einigen Tagen für das Unternehmen in Grünenthal tätig. Ziel ist es, durch den ausgebildeten Nachwuchs den eigenen Fachkräftebedarf zu decken.

Insgesamt 25 Auszubildende absolvieren zurzeit ihre Ausbildung bei Alberts. Unter den sieben Neulingen befinden sich fünf Industriekaufleute, ein Werkzeugmechaniker für Stanz- und Umformtechnik sowie eine Fachkraft für Lagerlogistik. Zwei der künftigen Industriekaufleute qualifizieren sich berufsbegleitend jeweils mit einem Verbundstudiengang sowie mit einem dualen Studium zum Wirtschaftsingenieur; eine Auszubildende qualifiziert sich zur Industriekauffrau EU.

"Generell haben wir festgestellt, dass bei uns deutlich mehr bundesweite Bewerbungen eingehen seit wir Verbundstudiengänge anbieten", berichtet Ausbildungsleiter René Groll. Eine Jahrespraktikantin mit Option auf einen späteren Ausbildungsplatz durchläuft ebenfalls den kaufmännischen Bereich im Unternehmen. Auch unter den aktuellen Auszubildenden befinden sich zwei ehemalige Jahrespraktikanten. "Wir bilden aus, um unseren Fachkräftebedarf zu decken", erklärt Groll. Das Jahrespraktikum sei neben der Ausbildung ein zusätzliches Angebot, mit dem die Firma gute Erfahrungen machen konnte, da die Praktikanten die Zeit zur Orientierung nutzen und anschließend wissen, ob sie den gewählten Berufsweg einschlagen möchten.

Zehn Auszubildende haben in diesem Jahr erfolgreich ihre Abschlussprüfung vor der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer zu Hagen bestanden und damit ihre Ausbildung beendet. Einer von ihnen hat mit der Gesamtnote "sehr gut" abgeschlossen und gehört zu den besten SIHK-Absolventen 2011. Allen zehn wurde von Seiten der Herscheider Firma eine Weiterbeschäftigung in ihren Berufen angeboten.

Für das Ausbildungsjahr 2012 können sich Schulabgänger schon jetzt bei Alberts bewerben. Interessenten können sich an die Personalabteilung wenden per Telefon (0 23 57) 9 07 - 0 oder per E-Mail an sabine.gruszkakgah.de. eB




Quelle: Jubiläumsschrift "100 Jahre Riegel aus Herscheid" 1852-1952

100 Jahre Riegel aus Herscheid:
Gustav Alberts


Riegel- und Beschlägefabrik . Gesenkschmiederei


Die Firma Gust. Alberts zu Herscheid, Schubriegel-, Hufstollen-, Kleineisenwarenfabrik und Gesenkschmiederei kann in diesem Jahr auf die hundertste Wiederkehr des Beginns der Schubriegelherstellung im Jahre 1852 zurückblicken.
Die erste gewerbliche Tätigkeit der Bewohner der Gemeinde Herscheid, zu der sie durch die Unfruchtbarkeit des Bodens und das rauhe Klima des Sauerlandes gezwungen waren, ist die Osemundschmiederei, die Herstellung eines schmiedbaren Eisens aus dem Roheisen durch Erhitzen und Klopfen auf den Hämmern an den Wasserläufen. Das Erzvorkommen in der Herscheider Mark, die zahlreichen Bäche zum Treiben der Hammerwerke, die weit ausgedehnten Waldungen, die Holzkohle in Fülle boten, legten den Grund zu der vor vielen Jahrhunderten aufgenommenen gewerblichen Tätigkeit.
Die Besitzer der Hammerwerke waren die Reidemeister, ihr Gewerbe war die Reidung und die Ausübung desselben: "Reidung treiben". Neben der Osemundschmiederei entwickelte sich schon frühzeitig die Kleinschmiederei von Fitschen, Riegeln, Stocheisen, Feilen, Pfannen, Ahlen und Ketten.

Im Jahre 1852 fing Caspar Cordt in Friedlin bei Herscheid die Riegelschmiederei an. Sein älterer Bruder fuhr oft mit Holzkohlen und Erzeugnissen der Herscheider Osemundhämmer in das Bergische Land und hatte ihn einem Meister Karl Gontermann in Mixsiepen bei Remscheid in die Lehre gegeben. Danach hatte er zunächst noch als Geselle bei anderen tüchtigen Meistern gearbeitet und dann in Friedlin bei Herscheid selbständig die Riegelschmiederei begonnen, die durch ihn in die hiesige Gegend eingeführt worden ist.

Über den Anfang der Fertigung von Riegeln im Bergischen Land heißt es nach einer Darstellung der Bergischen Kleineisenindustrie von Dr. Franz Ziegler, Verlag Brüer & Co., Berlin 1901, wie folgt:

"Bis in die erste Hälfte des vorigen Jahrhunderts wurden im Bergischen Lande handwerksmäßig Riegel in verschiedenen Sorten als Tür-, Fenster- und Schubladenriegel in mehr als 100 Sorten fabriziert. Die gewöhnlichen Riegel, Stangenriegel genannt, bestanden aus Stange, Platte und Bändern oder Rollen.

Die Stange wurde aus Schmiedeisen hergestellt, vorne wurde die Feder daran geschmiedet und umgelegt, so dass diese unter der Stange zu liegen kam und gegen die Platte drückte, wodurch ein willkürliches Bewegen der Stange und des Schiebers verhindert wurde. Platten und Bänder wurden aus Bandeisen abgeschnitten. Die Platte wurde mit Schrauben- und Nietlöchern versehen. Die Bänder erhielten an den Enden krampartig gebogene und über die Stange gelegte Ansätze zum Nieten, welche in die Platte genietet wurden. Vor dem Zusammennieten erfolgte das Feilen der Riegel.

Viele Riegel wurden aus geschliffenem Eisen hergestellt, in dem man die Stange einfach vom blanken Stabe abschnitt, den Griff umbog und dann Stange, Platte und Bänder zusammennietete und hierbei die Feder auf der Platte befestigte. Diese Arbeit war wenig nutzbringend. Ein Meister konnte bei fleißiger Arbeit täglich etwa 12 Dutzend Riegel herstellen und bei einem Nutzen von 20 Pfennig für 1 Dutzend 2,40 Mark verdienen, wenn er den ganzen Tag ununterbrochen arbeitete.

In gleicher Weise wurden in der Gegend von Velbert und Heiligenhaus billige Riegel, meistens für spanische Kolonien bestimmt, aus rohem Stahl hergestellt. Dieselben wurden nicht gefeilt oder geschliffen, sondern einfach gerommelt und die Feder durch einen Stempel angepresst."

Caspar Cordt richtete in seiner Heimat in Friedlin bei Herscheid ein Nebengebäude, das sogenannte "Schröers Timmer", als Schmiede ein, wo er dann mit mehreren Gesellen, die früher in Kleinschmieden tätig gewesen waren, Riegel anfertigte. In einem mit der Hand bewegten Rollfass wurden die Riegel blank gescheuert. Das Schleifen geschah anfänglich in einem etwa 1 1/2 Wegstunde entfernt gelegenen Schleifkotten in Clame, was aber bei dem weiten Hin- und Rücktransport zu umständlich war. Deshalb baute Caspar Cordt an der Weißen Ahe 2 km unterhalb Herscheid am Spielberg in der Nähe von Friedlin im Jahre 1865 ein Wassergefälle aus und konnte dann das Blankscheuern und Schleifen der Riegelteile mit Wasserkraft selbst besorgen. Damit war der Grundstein für das heutige Fabrikgebäude gelegt.



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