Häuserbuch der Gemeinde Herscheid

Ortsmitte    Birkenhof    Friedlin    Hüinghausen    Kiesbert    Rärin    Wellin

Quelle: Geschichte der Gemeinden Plettenberg, Ohle und Herscheid berichtet nach vielen Quellen von P. D. Frommann, 1927, S.164-165

1733 gab es in der Gemeinde Herscheid 168 Privatbesitzungen, die sich auf die einzelnen Bauerschaften in folgender Weise verteilten:

Bauerschaft   Zahl der Güter     Gesamtwert   Einzelwert
     Ebbe                36        6.940 Rtlr.           100 - 400 Rtlr.
     Dorf                58        6.020 Rtlr.             30 - 240 Rtlr.
     Silveringhausen                20        1.705 Rtlr.             30 - 180 Rtlr.
     Berg                16        3.240 Rtlr.           100 - 370 Rtlr.
     Danklinghausen                38        4.810 Rtlr.             60 - 220 Rtlr.

Nachstehende Übersicht lehrt, dass im 18. Jahrhundert auch in der Gemeinde Herscheid viele Güter in einem Abhängigkeits-Verhältnis standen. Es besaßen:

die Kirchengemeinde Herscheid: Brauck, auf dem Auwer, zu den Eichen, im Urpe zu Herscheid, untern Holte, Hardt, mittlere Gaßmert, obere und niedere Verse, nieder Alfrin, mittlere Bubecke, obere Sirrin, Bröckers und das halbe Wieden-Gut zu Hüinghausen, Schlucht, Schreiberei, Heimendahl, Severins und Bauckhagen Gut zu Friedlin, Höfers und Scharpen-Gut zu Reblin;

die Kirchengemeinde Ohle: das obere Alfrin und Ächter/Rärin;

die Kirchengemeinde Plettenberg: Spiekermanns Gut zu Reblin;

die Familie von Hymmen: zur Mühle, Wermecke, obere und niedere Wellin, Groten und Böllinghaus-Gut zu Warbollen, Habbel, Hämmchen und Käsenbecke;

v. Kessel zu Neuenhof: obere und niedere Schonnenbecke, die davon abgesplissene Voßhelle und niederen Stuberg;

v. Neuhof zu Pungelscheid: Schröders Gut zu Friedlin, Kreikebaums Gut zu Marlin und Schwarze Ahe;

v. Katzler zu Grimminghausen: niedere Sirrin und Schröders Gut zu Warbollen;

v. Plettenberg zu Schwarzenberg: Coordts Gut zu Danklin;

Frehlinghauser Landwirte: Kellermann bei Lingenbecke und Schulte den Grauensiepen und das halbe Biärbaums Gut zu Hüinghausen (Staatsarchiv Münster. Gerichtsakten aus der Gemeine Herscheid).

In der Gemeinde Herscheid gab es auch 8 Domänen, über die die folgenden Übersichten aus der Mitte des 18. Jahrhunderts Auskunft geben:

Name des
Domänengutes
   Ort     Land
Morgen - Ruthen   
Wiesen
Morgen - Ruthen
Pachtsumme
Rtlr. - Stbr.
     Das Gut    Germelinghausen     28           580        3           110    90        55
     Ostermanns Hof    Dankelinchhusen     15                  2           100    67        13
     Prüßen Gut    Dankelinchhusen     15                  2               66        58
     Der Hof zu Elsey    Elsen     20           450        1           120     66        39
     Gotten Gut    Herscheid       4           340        1               20        38
     Der Kotten    Hohenstein       6           100                     370     18       
     Das Gut    Rabelinghausen     10           236        2           190     42        11
     Der Hof    auf der Höh
    bei Herscheid
     18                  1           300     62        52
     Das Strack- und
     Mühlengut
    Plettenberg     1)                  3             15   144        57
1) Bergland zu: Dreisch 12 Morgen 179 Ruthen, Roggen 3 Morgen 300 Ruthen, Hafer 21 Morgen;
Tal-Land zu: Dreisch 12 Morgen 179 Ruthen, Roggen 3 Morgen 30 Ruthen, Hafer 21 Morgen.

Die in obiger Übersicht angegebenen Pachtsummen stammen fast alle aus dem Jahre 1739. Sie sind für das einzelne Gut nicht immer auf gleicher Höhe geblieben, was auf eine öffentliche Verpachtung der Domänen schließen lässt. Die hohe Pacht von 3 bis 4 Rtlr. für den Morgen bei einigen Höfen hat ihren Grund darin, dass man den Morgen zu 600 Ruten rechnete. Es ist ferner zu bedenken, dass der Rtlr. damals eine viel höhere Kaufkraft hatte als zu unseren Zeiten, denn man bezahlte 1708 für einen Zuchtbullen nur 6 1/2 Rtlr.

Besonders lehrreich sind die genauen Angaben über das "Strack- und Mühlengut" zu Plettenberg. Man sieht daraus: 1722 bauten unsere Vorfahren noch keine Kartoffeln an, und weil sie den hohen Wert des Klees als Viehfutter auch noch nicht kannten, mussten sie ungeheuer große Feldflächen als Dreisch zur Viehweide liegen lassen.

Die Markenteilung
Am 7. August 1776


Lexikon für die Gemeinde Herscheid, erstellt durch Horst Hassel,
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