Quelle: Süderländer Tageblatt vom 06.11.2012

Als in der Schule noch Zucht und Ordnung herrschte
Beim Klassentreffen des Entlassjahrgangs 1967 wurden Erinnerungen wach an strenge, aber gerechte Lehrer


33 Abschlussschüler des Jahrgangs 1967 feierten im Hubertushof ein freudiges Wiedersehen. Die weiteste Anreise hatten zwei Münchner. Foto: D. Grein

HERSCHEID Ein freudiges Wiedersehen nach knapp 28 Jahren feierten am Samstag 33 ehemalige Volksschüler.
Der Entlassjahrgang 1967 hatte sich nach dem Schulabschluss erst einmal in großer Runde getroffen. Diese Zusammenkunft liegt inzwischen auch schon lange zurück (1984), entsprechend gab es am Samstag im Hubertushof einige Überraschungen. "Die Männer habe ich sofort wiedererkannt, doch mit den Frauen hatte ich so meine Probleme", lachte Lothar Frischmuth. Er hatte gemeinsam mit Hannelore Werthmann, Elke Voss, Renate Jantos und Helga Rakete das Treffen vorbereitet.

Viele der 33 Anwesenden kamen aus Herscheid und Umgebung. Doch auch einige "Exoten" hatten lange Anreisen auf sich genommen, beispielsweise aus München oder Schweinfurt. Rasch kamen die ehemaligen Klassenkameraden ins Gespräch. Dabei wurden zwar äußerliche Veränderungen bemerkt, aber auch einige Dinge, die unverändert geblieben sind: "Eine Freundin von mir ist immer noch genau so laut wie vor 45 Jahren", bemerkte Hannelore Werthmann. Selbstverständlich war die gemeinsame Schulzeit ein Schwerpunktthema am Samstag. Nach der Auflösung der Dorfschulen in Rärin, Schönebecke und Schwarze Ahe (1966) entstand damals an der Mittelpunktschule in Herscheid eine eingeschworene Klassengemeinschaft. Erinnerungen wurden geweckt an den Lehrer mit der feuchten Aussprache, die Abschlussfahrt in den Harz oder die Episode mit dem verlorenen Schuh. Alte Fotos von einst sorgten obendrein für ausgelassene Stimmung und manch ein "Suchspiel" nach dem Motto "Wie sahst Du denn früher aus?"

Doch der frühere Schulalltag bedeutete nicht nur Spaß und Ausgelassenheit. "Damals herrschte noch Zucht und Ordnung", betonen die Organisatoren. Vor allem Rektor Prolingheuer führte ein striktes Regiment. Die Androhung von Stockstrafen sorgte dafür, dass die Schüler großen Respekt vor den Lehrern besaßen. Betraten die Lehrer den Klassenraum, dann wurde es mucksmäuschenstill. Als Jugendliche habe man diese Form der Erziehung noch kritisch gesehen. "Es war streng, aber gerecht. Aus heutiger Sicht kann ich nur sagen, dass es mir gut getan hat", meint Hannelore Werthmann.

Im Verlauf des Abends wurden Adressen ausgetauscht und viele Bilder gemacht. Die einstigen Volksschüler wollen nun in Kontakt bleiben. "Uns bis zu unserem nächsten Klassentreffen werden wir nicht wieder so viel Zeit verstreichen lassen", ist sich Renate Jantos sicher. dg


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