Quelle: Süderländer Tageblatt vom 28.09.2011

Grüße aus Kanada zum Schultreffen
Große Wiedersehensfeier für Ehemalige der Volksschule Grünenthal


Als I-Männchen oder Entlass-Schüler haben sie als Veteranen des Schultreffens die Einweihung der Schule Grünenthal miterlebt. Foto: H. Schulte

HERSCHEID Mit einem herzlichem Hallo und einem festen Händedruck begrüßten sich am Samstagabend rund 70 ehemalige Schüler der einklassigen Volksschule Grünenthal im Landgasthof Zur Klemme. Das erste Schultreffen nach 43 Jahren in unmittelbarer Nähe der alter Wirkungsstätte wurde zu einer großen Wiedersehensfeier, zu der Horst Böhm, Ulrich Naber und Wolfgang Schumacher eingeladen hatten.

Selbst in Kanada hatte Karin Raimet, geb. Hüller, von diesem Treffen erfahren. Eine überschwängliche Wiedersehensfreude machte sich schnell an den Stehtischen in der Gastwirtschaft breit. Hier wurden die alten Schulkameraden besonders euphorisch in Empfang genommen.

Altersunterschied weit über 30 Jahre
Bei einem Glas Bier kam es gleich zu den ersten flüchtigen Gesprächen. Mitunter aber half auch erst eine kurze Vorstellung, um die früheren Schüler richtig einordnen zu können. Denn immerhin betrug der Altersunterschied der Ehemaligen weit über 30 Jahre. I-Männchen, die nach 1938 im Grünenthal eingeschult wurden, sind mittlerweile in das Alter von Großeltern vorgerückt. Die älteren unter ihnen, die bereits das achte Lebensjahr überschritten haben, konnten sich noch gut an die Einweihung der neuen Schule im Grünenthal im Oktober 1938 erinnern. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden sie von Lehrer Ernst Ritter in der einklassigen Schule in der Weißen Ahe unterrichtet.

Für die Schüler aus den kleinen Ortschaften Langenbecke, Rekäs und Vohr wurde der Weg zur neuen Schule etwas weiter. Dagegen hatten die Schüler aus Grünenthal und Friedlin, die bisher in Herscheid zur Schule gehen mussten, nun die Schule nun fast vor der Haustür.

Umgeschult zur Schule Höh wurden auch die Schüler aus Brenscheid. Doch die älteren unter ihnen durften die Schulzeit im Grünenthal noch beenden. Egal woher sie kamen, in der für damalige Verhältnisse modern eingerichteten Schule im Grünenthal schlossen die Schüler schnell Freundschaft miteinander. Neue Freundschaften entstanden in der einklassigen Volksschule auch während der Kriegs- und Nachkriegszeit, als die Zahl der Schüler rapide auf 70 und mehr anstieg. Um den Schulbetrieb in geordneten Bahnen zu halten, legte Lehrer Paul Vogel zusätzlich am Nachmittag Sonderschichten ein, damit die älteren Schüler in Ruhe Arbeiten schreiben konnten. Für die Schüler wie für den Lehrer waren diese Jahre nicht immer leicht und führten mitunter zu Unmut und Verdruss. Doch heute sind alle dankbar dafür, dass sie trotz der Einklassigkeit eine solch gute Schule durchlaufen konnten. Eine Schule, in der alle Schüler nach ihren Begabungen gefördert und ihnen ein Start in gehobene Positionen im Berufsleben ermöglicht wurde.

Alben mit Schulbildern und Fotos von Klassenfahrten oder Schulweihnachtsfeiern erinnerten vor allem auch an die Mitschüler, die diesen Tag des Wiedersehens nicht mehr erleben konnten. Gemeinsam wurde versucht, die Namen von Schülern zu ermitteln und den Bildern zuzuordnen, die nur für kurze Zeit die Schule Grünenthal besucht haben oder die unbekannt verzogen sind.


Neben Erika Sönnecken zählten (v.l.) Herbert Schöttler, Paul Huster und Karlfried Schöttler zu den ältesten Teilnehmern des Schultreffens im Grünenthal. Foto: H. Schulte

Schreiben aus West-Vancouver
Ein besonderer Höhepunkt des Abends war ein Grußschreiben von Karin Raimet, geb. Hüller, das Hans Werner Bauckhage vorlas. Die ehemalige Mitschülerin wohnte Ende der vierziger Jahre im Rosenthal und lebt heute in West-Vancouver in Kanada. Sie hatte von einer Bekannten, mit der sie sich vor kurzem in ihrer neuen Heimat getroffen hatte, von dem Schultreffen erfahren. Karin Raimet bedauerte, nicht an dem Wiedersehenstreffen teilnehmen zu können. Sie würde aber gern das nächste Mal mit dabei sein.

Nach einem gemeinsamen Abendessen verlief der Abend viel zu schnell, um alle Erinnerungen aus der Schulzeit aufzufrischen oder über alle Stationen des zum Teil schon langen Lebensweges bei diesem Treffen zu berichten. hs


Quelle: Süderländer Tageblatt vom 30.08.2011

Straffer Unterricht mit 70 Schülern in einem Raum
Schule in Grünenthal bestand von 1938 bis 1968 / Treffen am 24. September / Schüler sind stolz auf ihre alte Schule


Mit 47 Schülerinnen und Schülern der Schule Grünenthal machte Lehrer Artur Köpke 1949 einen Ausflug zur Hohensyburg. Insgesamt zählte die Volksschule damals 64 Schüler. Repro: Herbert Schulte

HERSCHEID Erinnerungen an die alte Volksschule in Grünenthal mit ihren Lehrern Ernst Ritter, Ernst Weber, Artur Köpke und Paul Vogel weckt ein großes Schultreffen, das ehemalige Schüler organisiert haben.

Es ist wohl kein Abschnitt im Leben eines Menschen für den späteren Lebensweg so prägend, wie die mit Gleichaltrigen gemeinsam verlebte Schulzeit. Hier werden Freundschaften geschlossen, die auch oft sogar im hohen Alter noch Bestand haben.

Bestand haben heute freilich nicht mehr die alten Volksschulen, in denen auf dem Lande acht Jahrgänge in einem Klassenraum zusammen unterrichtet wurden. Wie alle anderen dieser Schulen wurde auch die einklassige Schule Grünenthal 1968 im Rahmen der Schulreform geschlossen. Doch die Schüler erinnern sich noch gern an die Jahre, in denen sie bei den Lehrern Ernst Ritter, Ernst Weber, Artur Köpke und Paul Vogel zur Schule gehen durften.

Diese Erinnerungen sollen in einem großen Schultreffen am 24. September im Landgasthof "Zur Klemme", unweit des ehemaligen Schulhauses, aufgefrischt werden. Horst Böhm, Wolfgang Schumacher und Ulrich Naber haben als ehemalige Schüler die Initiative ergriffen und laden alle, die irgendwann einmal die Volksschule in Herscheid Grünenthal besucht haben, ab 19.00 Uhr zu einer großen Wiedersehensfeier ganz herzlich ein. Wer noch Fotos oder andere Materialien aus der Schulzeit hat, wird gebeten, diese zum Treffen mitzubringen. Anmeldungen sollten - sofern nicht schon geschehen - umgehend bei einem der drei Initiatoren erfolgen.

Schule in der Weißen Ahe geschlossen
Die Schule Grünenthal wurde als letzte der einklassigen Volksschulen der Gemeinde Herscheid im Oktober 1938 eingeweiht. Geschlossen wurde dafür die Schule in der Weißen Ahe, die 1911 zur Entlastung der Schule Elsen eingerichtet worden war. Lehrer Ernst Ritter, der seit 1923 in der Weißen Ahe unterrichtet hatte, wurde somit der erste Lehrer im Grünenthal. Bis zu seinem plötzlichen Tod im Jahr 1947 leitete er die Schule. Nach einjähriger Vertretung durch Lehrer Ernst Weber aus Hüinghausen übernahm Artur Köpke die einklassige Schule für ein Jahr. Am 15. September 1949 wurde Paul Vogel, der von 1936 bis zu seiner Einberufung im Jahr 1940 Lehrer in Rärin war, die Leitung der Grünenthaler Schule übertragen.

Nur durch einen straffen und gut organisierten Unterricht war es in den Nachkriegsjahren möglich, 70 Schüler und mehr in einem Raum zu unterrichten. Wichtig war es vor allen Dingen, dass die Lernanfänger möglichst im ersten Schulhalbjahr das Lesen erlernten, damit auch sie sich weiteren Lernstoff erarbeiten konnten. Während die älteren Schüler vormittags mitunter als Unterrichtshelfer einspringen durften, wurden Arbeiten, die Ruhe und Konzentration verlangten, zusätzlich für sie auf die Nachmittagsstunden verlegt.

Trotz mancher Erschwernisse und der heute fast unvorstellbaren Schulverhältnisse, sind alle ehemaligen Schüler dank des Engagements ihres alten Lehrers stolz darauf, die Schule Grünenthal besucht zu haben. Anmeldungen zum Schultreffen nehmen Horst Böhm und der Telefonnummer (0 23 57) 39 48, Wolfgang Schumacher unter Telefon (0 23 57) 90 31 54 und Ulrich Naber, Rufnummer (0 23 57) 12 25, entgegen. hs



Quelle: wer-kennt-wen.de

Die Volksschule in Herscheid-Grünenthal wurde im Oktober 1938 eröffnet.
Lehrer:
Ernst Ritter (1938 - 1947)
Artur Köpke (1948 - 1949)
Paul Vogel (1949 - 1967)


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